Kreiselternrat Potsdam fordert stärkere Orientierung der Schulentwicklungsplanung an den Wünschen von Familien

Elternwünsche bei der Schulformwahl stärker berücksichtigen, attraktive Schulangebote ausbauen und langfristig ausreichend Kapazitäten sichern: Mit zehn konkreten Handlungsempfehlungen bringt sich der Kreiselternrat (KER) Potsdam in die aktuelle Fortschreibung der Integrierten Schulentwicklungsplanung (IKSEP) ein.

Die Landeshauptstadt Potsdam schreibt derzeit ihre Integrierte Schulentwicklungsplanung (IKSEP) fort. Der Kreiselternrat Potsdam hat diesen Prozess intensiv begleitet. Er hat einen umfassenden Katalog von zehn Handlungsempfehlungen vorgelegt. Im Mittelpunkt steht die Forderung, die Schulentwicklungsplanung künftig stärker an den tatsächlichen Wünschen und Bedürfnissen von Familien auszurichten.

Für Eltern geht die Wahl einer Schule weit über die Entscheidung für einen bestimmten Bildungsabschluss hinaus. Neben der Schulform und dem Schulweg spielen das pädagogische Konzept, die Lernkultur, individuelle Fördermöglichkeiten und die Trägerschaft einer Schule eine wichtige Rolle.

Der Kreiselternrat sieht mit Sorge, dass es der öffentlichen Hand derzeit nicht gelingt, allen Familien ein überzeugendes Angebot zu machen, die sich eine Schule in öffentlicher Trägerschaft wünschen. Gleichzeitig gibt es an einigen Schulstandorten erhebliche Nachfrageüberhänge. Andere Schulen kämpfen dauerhaft mit Auslastungsproblemen.

Aus Sicht des KER muss die Schulentwicklungsplanung deshalb konsequenter von den Bedarfen der Familien ausgehen. Die Handlungsempfehlung „Schulformwahl der Familien ernst nehmen“ steht bewusst an erster Stelle. Eltern, die sich gemeinsam mit ihren Kindern für eine bestimmte Schulform entscheiden, sollten nach Möglichkeit auch einen Platz an dieser Schulform erhalten. Der Kreiselternrat bewertet die Schulformwahl als eigenständigen Elternwunsch. Sie dürfe nicht allein auf den angestrebten Schulabschluss reduziert werden.

Gleichzeitig fordert der Kreiselternrat, die Attraktivität weniger nachgefragter Schulen gezielt zu stärken. Dies betrifft beispielsweise die Steuben-Gesamtschule und weitere Schulstandorte mit geringen Anmeldezahlen. Darüber hinaus müsse die Zukunft dauerhaft schwach nachgefragter Oberschulen kritisch überprüft werden.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Weiterentwicklung der Gesamtschulen. Der Kreiselternrat spricht sich dafür aus, den sogenannten AHR-Deckel anzuheben. So soll eine stärkere Durchmischung der Schülerschaften möglich werden. Zugleich sollen die Gesamtschulen als attraktive Alternative weiter gestärkt werden.

Positiv bewertet der Kreiselternrat die geplante Gründung einer Universitätsschule in Potsdam. Eine solche Schule könne wichtige Impulse für die Entwicklung und Erprobung innovativer pädagogischer Konzepte liefern. Sie könne auch deren Transfer in die Schulpraxis fördern. Mit der Gründung einer Universitätsschule werde außerdem dem Wunsch nach einer weiteren reformpädagogisch ausgerichteten Gesamtschule Rechnung getragen.

Das Bevölkerungswachstum im Potsdamer Umland hält an. Deshalb fordert der Kreiselternrat eine stärkere regionale Abstimmung mit den angrenzenden Landkreisen in der Schulentwicklungsplanung.

Der Kreiselternrat warnt erneut davor, notwendige Entscheidungen zum geplanten Neubau am Standort Pappelallee aufzuschieben. Schulbauprojekte haben lange Vorlaufzeiten. Die Nachfrage nach Schulplätzen an weiterführenden Schulen werde in den kommenden Jahren weiter steigen. Als kurzfristige Maßnahme sollte außerdem die Verkehrsanbindung der gymnasialen Interimsschulstandorte des Nord Gymnasiums und Dalton Gymnasiums im Norden der Stadt verbessert werden. So ließen sich bis 2031 ausreichende Gymnasialkapazitäten gewährleisten.

„Die Potsdamer Schullandschaft muss sich konsequent an den Bedürfnissen der Kinder und Familien orientieren. Eltern wünschen sich nicht nur einen bestimmten Abschluss für ihre Kinder, sondern auch eine Schulform und ein pädagogisches Konzept, das zu ihnen passt. Diesen Wunsch muss die Schulentwicklungsplanung künftig deutlich stärker berücksichtigen“, erklärt der Kreiselternrat Potsdam.

Mit seinen zehn Handlungsempfehlungen möchte der Kreiselternrat einen konstruktiven Beitrag zur Diskussion über die zukünftige Schulentwicklung in Potsdam leisten. Er will die Perspektive der Eltern stärker in politische Entscheidungsprozesse einbringen.